Koeln Andreasgursky Totehosen Minimum

Andreas Gursky (1955)

Tote Hosen, 2000

Draußen vor der Tür

„Tote Hosen“ – das Konzert der Punkband aus dem Jahr 2000 in der Düsseldorfer Westfalenhalle friert Andreas Gursky zu einem gigantischen Format ein: auf rund zwei mal fünf Metern recken sich die Arme der Konzertbesucher der Band entgegen.

Andreas Gursky (1955)

Tote Hosen, 2000

Panoramabild

Seine großformatigen Arbeiten legt Gursky als Panoramen an: er setzt aus verschiedenen Sichtachsen fotografierte Einzelmomente zu einem monumentalen Bild zusammen. Obwohl nicht real abfotografiert, wirkt das Konzertgeschehen ungemein authentisch, fast hyper-realistisch. Die Band und ihr Frontmann Campino sind dabei kaum zu erkennen, dicht an den linken Bildrand gerückt.

Andreas Gursky (1955)

Tote Hosen, 2000

Punkband

Es ist das aus vielen verschiedenen Fotos zusammengesetzte Bild eines Konzerts der Punkband „Die Toten Hosen“ - und doch kann das Bild stellvertretend für viele Konzerte dieser Art stehen. Und der Betrachter ist frei, auch andere Deutungsmöglichkeiten zu denken: ist es eine Menge aus begeisterten Fans? Oder könnte das Foto, losgelöst von seinem Titel, auch für bedingungslosen Fanatismus stehen?

Andreas Gursky (1955)

Tote Hosen, 2000

Massenveranstaltung

Wie eine Welle wogen die Arme hin und her, ausgehend von der winzigen Gestalt des Sängers Campino am linken Bildrand. Aus vielen winzig kleinen Konzertbesuchern komponiert Gursky ein monumentales Ganzes. Die Macht, die von solch einer Masse ausgeht, wird deutlich. Zum Glück ist es aber „nur“ ein Konzert und keine politische Veranstaltung.

Andreas Gursky (1955)

Tote Hosen, 2000

Digitale Montage

Was so spontan und beiläufig wirkt, ist das Ergebnis sorgfältiger Bearbeitung. Andreas Gurskys Fotografien sind digitale Montagen: das in Aufsicht erfasste Motiv erstreckt sich flächenhaft über die gesamte Breite des Bildes. Bei genauerem Hinsehen sind viele Figurengruppen zu einem großen Ganzen zusammenmontiert.

Andreas Gursky (1955)

Tote Hosen, 2000

Nähe und Distanz

Die Bildfläche tritt in ein Wechselverhältnis aus Nähe und Distanz, sie changiert zwischen Unschärfe und Tiefenschärfe. Die optische Verunsicherung verstärkt sich durch die Übersteigerung des wiedergegebenen Moments, wodurch Wiedererkennbares, vermeintlich Vertrautes fremd, fast entfremdet anmutet: auf einmal wirken die Konzertbesucher jeder Individualität beraubt, sie sind nur noch bloße Mitglieder einer Masse.

Andreas Gursky (1955)

Tote Hosen, 2000

Legendäre Schule

An der Düsseldorfer Kunstakademie studiert der 1955 in Leipzig geborene Andreas Gursky bei Bernd und Hilla Becher. Viele erfolgreiche Fotografen gehen durch die legendäre „Becher-Schule“: Thomas Ruff, Thomas Struth und Candida Höfer gehören dazu. Gursky ist mit seinen riesigen Formaten der erfolgreichste Fotokünstler dieser Schule.