
Öl auf Leinwand
146,4 x 200 cm
© Staatsgalerie Stuttgart / Foto: Staatsgalerie Stuttgart
Ins Meer Schreitende, 1912
Einheit von Mensch und Natur
Wellen, Steilufer, ja auch Arme und Beine der beiden Badenden folgen einer schwingenden Bewegung. Fast meint man, die Brandung zu hören. Das Grün des Meeres verbindet sich mit der Vegetation, die Farbe der Badenden harmonisiert mit der von Sand und Dünen. Mensch und Natur sind eins.
Ins Meer Schreitende, 1912
Immer in Bewegung
Kirchner lässt seine Modelle nie stundenlang posieren. Er will sie unmittelbar, spontan erfassen. Bei den beiden Frauen könnte es sich um die Schwestern Gerda und Erna Schilling handeln. Beide tragen den gleichen Haarschnitt, einen für die Zeit typischen Bubikopf. Kirchners Künstlerkollege Otto Müller steht vermutlich für den männlichen Akt Modell, denn auch er weilt in diesem Sommer 1912 auf Fehmarn.
Ins Meer Schreitende, 1912
Eine Südseeinsel im Norden
Der Maler wohnt im Haus des Leuchtturmwärters im Südosten der Insel, in der Nähe des Ortes Burg. Den Leuchtturm gibt es noch heute. Kirchner verbringt die Tage badend und malend am Strand unterhalb der Steilküste. Auf Fehmarn findet er, der die erträumte Südseereise nie antritt, sein irdisches Paradies.